Der heilige Eddy

Jakob Arjouni gehört zu den Autoren deren neues Buch ich direkt nach dessen Vorankündigung bestelle. Man kann nichts falschmachen. Arjounis Bücher lassen sich wunderbar weglesen, ohne jemals trivial zu sein. Und sind amüsant, obwohl sie sich ernsthaft mit der beschriebenen Umwelt beschäftigen.
Einzig die Identifkation mit seinen letzten Hauptcharakteren musste leiden, da sich Arjouni gern mit den menschlichen Schwächen auseinandersetzt. Im Gegensatz zu den opportunistischen Jammerlappen Max Schwarzwald und Joachim Linde ist der “heilige Eddy” aber sogar größtenteils liebenswert.
Eddy ist ein Gauner mit Anspruch. Ähnlich wie seine Nachbarn in Berlin-Kreuzberg, welche eine Oper immer einem schnöden Musical vorziehen würden, zelebriert Eddy einen Coup in mehreren Akten und natürlich dem krönenden “Abschluss”. Auf diese Weise finanziert er sich seine Musikerkarierre und es könnte so schön weitergehen, wenn seine Dreistigkeit nicht im gebrochenen Genick des überaus prominenten Bratwurst-Filialisten König resultieren würde.
Ab sofort ist noch mehr Erfindungsreichtum gefragt. Denn auch wenn es möglich wäre, tischt Eddy immer nur eine Variante der Wahrheit auf. Seine Opfer lässt er sie erst wissen, wenn er selbst nicht mehr mit ihnen konfrontiert wird. Seine Freunde werden von vornherein mit einer harmonisierten Realität bedient, die allen Beteiligten unnötige Probleme ersparen soll.
Und selbst als alles, Eddys gefühlte und gelebte Freiheit, aus den Fugen zu geraten scheint, bleibt er sich treu, ergaunert eine passable Ausbeute und dem Leser einen Coup von einem Buch.
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Der heilige Eddy ist eine unterhaltsame Gesellschaftssatire die den Leser immer wieder schmunzeln lässt, wenn Eddy der sympathischer Antiheld geschickt taktierend seine Betrügereien haargenau einfädelt. Der temporeiche Roman, der auch der Realität entsprungen sein könnte, ist witzig, amüsant und ein großes Lesevergnügen.