Rabenherz – Zum Wegsehen
Ballauf und Schenk ermittelten gestern im Krankenhaus und setzten sich intensiver als gewöhnlich mit dem Tod auseinander. Bei der Ermittlung eines Giftmordes an einen beliebten Stationsarzt stoßen die beiden auf überarbeitetes Pflegepersonal, dahinsiechende Kranke, Kunstfehler, medizinische Wunder und das älteste Motiv der Welt.
In Rabenherz versuchen die Darsteller aus einem Bodensatz an Story intensive 90 Minuten zu zaubern, was freilich nicht gelingen mag. Wahrscheinlich wurden deshalb die Tatverdächtigen mit einer penetranten Verschrobenheit versehen, um aus Spärlichkeit Spannung zu erzeugen. Das gelingt nur Anna Maria Mühe, die als Krankenschwester nicht nur das Leid vieler Patienten aufzunehmen hat, sondern auch vom Drehbuch mit der Darstellung einer Vielzahl von Problemen beauftragt worden ist. U.a. sind dies Pflegestress und Zeitmangel, sowie Schulmedizin contra Esoterik.
Leider nimmt sich das Drehbuch zu viel vor und bewältigt zu wenig, sodass der sowieso sehr schmale rote Faden im Endeffekt sehr faserig wirkt. So wird z.B. zu Anfang der Motivsuche ein vier Monate zurückliegender Skandal am Krankenhaus ins Spiel gebracht, um diesen Handlungsstrang nach einem (sehr) kurzen Ausflug in diese Thematik vollständig fallen zu lassen.
Letztendlich möchte der Film auf sensible Weise wichtige Dinge in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen, die diese vorzugsweise übersieht. Aber er verwendet dabei eine Bildsprache, die dem Zuschauer zu viel Entgegenkommen abverlangt. Tatort hat immer versucht eine Balance zwischen Kritik und Entertainment zu finden und dies ist gestern leider nicht gelungen. Die Kritik war so einnehmend, dass ich lieber weggesehen habe.
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Schlagworte: köln, kritik, review, tatort
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